Ein Jahr nach dem furchtbaren Anschlag von Halle beleuchtet Radio Brocken in einer sechsteiligen Podcastreihe noch einmal ausführlich die Geschehnisse vom 9. Oktober 2019. Es ist eine der umfassendsten journalistischen Aufarbeitungen dieses tragischen Tages.

09.10.2020

34 Schüsse: Grausam, erschütternd, eindringlich
Podcastreihe von Radio Brocken beleuchtet den Anschlag von Halle

Der 9. Oktober 2019 ist ein Tag, der Halle, Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland nachdrücklich verändert hat. Um exakt 12:01 Uhr versucht ein Attentäter die Synagoge der Saalestadt zu stürmen, um ein Massaker anzurichten. Als dies misslingt, ermordet er kaltblütig zwei Passanten, die ihm zufällig begegnen und verletzt auf seiner Flucht weitere Menschen teils schwer. All das unter den Augen zahlreicher Zuschauer, die den vom Täter gestreamten Anschlag live im Internet verfolgen.

Nun auf den Tag genau ein Jahr nach der schrecklichen Tat ist ein umfangreiches und sehr bewegendes Zeitdokument entstanden. Der Radio Brocken Podcast „34 Schüsse“, der ab Freitag, 9. Oktober exklusiv auf der Podcastplattform AUDIO NOW abrufbar ist, dokumentiert in insgesamt sechs Folgen die Geschehnisse des 9. Oktober, kehrt zurück an die Tatorte, lässt Betroffene und Zeugen zu Wort kommen, schaut auf den Gerichtsprozess, beleuchtet die Polizeiarbeit und wagt außerdem einen Blick in den Kopf des Täters.

Keine Bühne für den Täter

»Ausdrücklich wollen wir uns von einer Glorifizierung des Täters distanzieren und uns den Betroffenen und der Aufarbeitung der Tat zuwenden. Jeder Hörer soll so die Möglichkeit bekommen, die Grausamkeit des Geschehenen zu begreifen, ohne dass wir dabei dem Täter selbst eine Bühne geben«, erklärt Radio Brocken Redakteurin Janina Kersting, die das Projekt federführend betreute. Man habe daher unter anderem nach Rücksprache mit Psychologen und Rechtsexperten im gesamten Podcast bewusst darauf verzichtet, den Namen des Täters und sei es auch nur in eingekürzter Form zu verwenden.

Lange und intensive Vorbereitungszeit

Mehr als ein halbes Jahr hat ein 6-köpfiges Reporterteam an diesem Podcast gearbeitet, recherchiert und zahlreiche Interviews geführt. Unter ihnen Landeshauptstadtreporter Lars Frohmüller, der am Tattag selbst als erster Medienvertreter an der Synagoge war. Denn das Radio Brocken Funkhaus befindet sich nur etwas mehr als einen Kilometer Luftlinie entfernt. Dort hat er nicht nur für Radio Brocken, sondern auch für viele andere Radio- und Fernsehstationen aus erster Hand vor Ort von den Geschehnissen bis in den späten Abend hinein berichtet. Ihn als langjährigen, erfahrenen Journalisten lassen die Ereignisse bis heute nicht mehr los:

»Am Tag des Attentats selbst, habe ich nur funktioniert. Hier galt es die gesicherten Informationen einzusortieren, Augenzeugen zu befragen und die Ereignisse möglichst objektiv darzulegen. Doch durch die im Laufe der Zeit immer neuen, teilweise schockierenden Erkenntnisse über die Tat, die Abläufe und auch den Täter selbst, habe ich festgestellt, dass mich dieser Tag mein Leben lang im besonderen Maße prägen wird.«

Und so war der nun entstandene Podcast „34 Schüsse“ für ihn und das Reporterteam auch eine Art Vergangenheitsbewältigung.

Neue Details kommen ans Tageslicht

Der Podcast selbst erzählt in teils erschütternden, sehr eindringlichen Bildern und mithilfe ergreifender Zeitdokumente wie der Anschlag nicht nur unzählige Leben, sondern auch die Gesellschaft an sich verändert hat. Erstmals kommen neue unfassbare Details der Geschehnisse des 9. Oktober ans Tageslicht, die so der breiten Öffentlichkeit noch gar nicht bekannt waren. Der Anschlag von Halle dauerte bis zur Festnahme des Täters 104 Minuten. Doch die Aufklärung und die Verarbeitung des Geschehenen ist auch ein Jahr später noch nicht abgeschlossen. Ein bewegendes Stück deutscher Geschichte über vergessene Schauplätze, traumatisierte Opfer und ungeklärte Fragen, die der Podcast mithilfe angesehener Experten versucht zu beantworten.

Jetzt Folgen auf Radio Brocken und AudioNow hören

Erstmals abrufbar ist Folge 1 des Podcasts am Freitag, 9. Oktober auf der Radio Brocken Website und exklusiv auf der Podcastplattform AUDIO NOW. In der ersten Folge wird in einer Art Minutenprotokoll mithilfe von Augenzeugen und Originalmitschnitten die Tat selbst dokumentiert. Die weiteren Folgen erscheinen im wöchentlichen Rhythmus. Inhaltlicher Fokus liegt dann u.a. auf den Opfern, auf der Arbeit der Polizei, dem Attentäter selbst und dem aktuell laufenden Gerichtsprozess.

Alle Folgen des Podcasts „34 Schüsse“ werden kostenfrei abrufbar sein unter www.radiobrocken.de/34Schuesse

…sowie exklusiv in der AUDIO NOW App!

Kurzbeschreibung „34 Schüsse: Der Anschlag von Halle – Ein Jahr danach“

Der Anschlag in Halle hat das ganze Land schockiert. Ein schwer bewaffneter, rechtsradikaler Attentäter versuchte am 9. Oktober 2019 die Synagoge zu stürmen. Als das nicht klappt, erschießt er zwei Passanten auf offener Straße. 34 Schüsse wird der Attentäter bei seinem Amoklauf insgesamt abgeben. Über Monate hat ein Team von Radio Brocken zu dem Anschlag recherchiert, hat mit Augenzeugen, Opfern, politischen Entscheidern und Experten gesprochen und den Prozess vor Gericht begleitet. Dieser Podcast arbeitet die Geschehnisse des Anschlags auf, gibt den Opfern und traumatisierten Hinterbliebenen eine Stimme, versucht mit renommierten Experten die Gedankenwelt des Täters zu ergründen und stellt kritische Fragen an Polizei und Land. Es ist eine der umfassendsten journalistischen Aufarbeitungen des Anschlags vom 9. Oktober 2019.

Ihr Ansprechpartner für Pressefragen

André Gierke
Leiter Unternehmenskommunikation

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